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Burnout in der Altenpflege kommt nicht plötzlich. Welche Symptome du erkennen solltest und was du präventiv tun kannst.
Carola Kleinschmidt im Podcast BORN TO PFLEGE
Burnout in der Pflege: Wenn Stress zum Dauerzustand wird
Die psychischen Erkrankungen in der Pflege liegen im Durchschnitt 50-70% höher als in allen anderen Berufen 🥵. Carola Kleinschmidt ist Biologin und Trainerin für Stressprävention. Sie hilft dir in dieser Folge auf dem Wohnbereich nicht die Nerven zu verlieren. Weiter gibt sie dir Strategien an die Hand, wie du deinen akuten Stress besser bewältigen kannst, damit dieser nicht zum Dauerstress wird und du im Burnout landest.
BIO
Carola Kleinschmidt ist Diplombiologin, Wissenschaftsjournalistin und Trainerin für Stressprävention.
Seit dem Jahr 2005 beschäftige ich mich mit der Frage, wie es uns in dieser wilden Welt und in unseren oftmals anspruchsvollen Berufen gelingt, nicht die Nerven zu verlieren. Als Tochter von Mediziner:innen habe ich in den letzten Jahren gemerkt: Gerade diese Berufsgruppe profitiert von einer speziellen Art des Stressmanagements. Den Mikro-Habits, Life-Hacks oder auch Mini-Interventionen.
Übungen, die wenig bis gar keine Zeit benötigen und doch den Stresspegel merklich regulieren können, Atempausen verschaffen und Momente der inneren Ruhe.
Warum ist es gerade für Pflegekräfte so wichtig, Techniken des Stressmanagements zu kennen? Schließlich mögen viele ja das Tempo und die Vielfalt des Jobs und kommen gut damit zurecht. Aber: Manches gelingt im Stressmodus schlicht nicht. Zum Beispiel Zuhören, Prioritäten neu überdenken, Reflektieren. Sogar Hunger und Durst spielen im Stressmodus keine Rolle. Auf lange Sicht hat das viele Nachteile.
Deshalb kann Stressmanagement auch allen helfen, die eher sagen: Naja, Stress ist ja normal in diesem Job.
SHOWNOTES
Bei „Dein gutes Jahr“ findest du Impulse und kleine Übungen, die dich dabei unterstützen, Stress frühzeitig wahrzunehmen und besser mit Belastungen umzugehen.
www.dein-gutes-jahr.de
Falls du dich in dieser Folge wiedererkennst
Wenn du merkst, dass der Stress im Pflegealltag bei dir längst mehr ist als "normal dazugehörig" – hier noch weitere Anlaufstellen und Angebote, die dir dabei helfen können, damit umzugehen:
Kostenfreie Beratung: In den meisten Städten gibt es psychosoziale Beratungsstellen, die kostenfrei und anonym helfen. Oft kann bereits ein Gespräch entlasten und Orientierung geben.
Caritas-Online-Beratung: Die Caritas bietet auch online eine fachlich gute und anonyme Beratung für viele Lebenssituationen: caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung
Burnout-Test: Auf therapie.de kann man die Fragen des „Copenhagen Burnout Inventory" online beantworten und erhält eine Einschätzung zum Burnout-Risiko. Der Test existiert schon lange und ist validiert.
App „HelloBetter": Kann man sich auf Rezept verschreiben lassen. Dort gibt es auch einen Kurs, der hilfreich ist bei Burnout und Stress: hellobetter.de/online-therapieprogramme/burnout-stress
Apps auf Kassenrezept: Übersicht über Apps für psychische Gesundheit, die die Krankenkasse bezahlt: krankenkassen.de
Die Erfahrung zeigt, dass Gespräche mit einer echten Person oft sehr hilfreich sein können. Wenn der Stresspegel so hoch ist, dass es dir immer schlechter geht, kannst du dich persönlich an eine der psychosozialen Beratungsstellen wenden – oder auch an die Personalabteilung deines Unternehmens, wenn es dort psychologisch versierte Menschen gibt, denen du vertraust. Denn viele Unternehmen bieten ihren Beschäftigten mehr Unterstützung an, zum Beispiel über Employee Assistance Programs oder Kontakte zu Beratungsstellen.
Folge 345: Burnout in der Altenpflege kommt nicht plötzlich. Welche Symptome du erkennen solltest und was du präventiv tun kannst.
Keine Zeit für Yoga?! – Im Podcast sprechen wir darüber wie du trotzdem Stress stoppen kannst
Pflegende sind eine besonders belastete Berufsgruppe 😓. Gleichzeitig haben sie wenig Zeit für lang andauernde Entspannungsübungen. Wie gut, dass Carola Kleinschmidt das Konzept der Mikro-Habits entwickelt hat. Kurze und leicht umzusetzende Life-Hacks, die du im Pflegealltag integrieren kannst.
Die Wirkung? Dein Stresspegel wird merklich reguliert. Warum das wichtig ist? Weil du dann wieder besser deinen Kollge*innen zuhören kannst, besser entscheiden kannst, was jetzt wichtig ist und Begegnungen mit Bewohnern reflektieren kannst.
